Zu viel rotes Fleisch ist ungesund

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Eine US-Studie zeigt: Rind und Schweinefleisch erhöhen das Risiko eines frühen Todes.

Thomas Spang Rockville (SN). Die nun publizierten Erkenntnisse einer Großstudie des renommierten „National Cancer Instituts“ (NCI) in Rockville lassen wenig Raum für Zweifel. „Wenn die Leute länger und gesünder leben wollen, sollten sie viel weniger rotes und weiterverarbeitetes Fleisch essen“, fasst der Ernährungswissenschafter Barry M. Popkin zusammen.

Das gelte auch für Produkte aus diesem Fleisch, wie Würstchen, Speck und Aufschnitt. Demnach reicht schon der tägliche Konsum eines kleinen Hamburgers (160 Gramm) aus, das Sterblichkeitsrisiko in den zehn Folgejahren deutlich zu erhöhen.

Mehr als 500.000 Menschen im Alter zwischen 50 und 71 Jahren beteiligten sich an der in Umfang und Tiefe einmaligen Untersuchung des NCI. Mehr als zehn Jahre lang verfolgten die Forscher des führenden Krebsforschungs-zentrums der USA die Essgewohnheiten der Teilnehmer. Die Forscher ermittelten ein um 31 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko bei Männern und einen Anstieg um 36 Prozent bei Frauen. Damit einher geht eine deutliche Zunahme an Herz- und Krebserkrankungen. Bei Frauen stieg das Risiko, einen Herztod zu sterben, sogar um 50 Prozent.

Dagegen erweist sich der Genuss von weißem Fleisch als förderlich für die Gesundheit. Personen, die regelmäßig Fisch, Huhn oder Truthahn auf dem Speiseplan stehen haben, verringern ihr Sterblichkeitsrisiko um acht Prozent. „Sie können also auch als Nichtvegetarier sehr gesund leben, solang der Konsum an rotem Fleisch zurückgeschraubt wird“, sagt Walter Willett von der Harvard School of Public Health.

Bei der Erklärung der Gründe für die Unterschiede fanden die Forscher des NCI verschiedene Hinweise. Eine entscheidende Rolle spielt vermutlich die Art der Fette in den jeweiligen Fleischprodukten.

Rotes Fleisch enthält einen deutlich höheren Anteil an gesättigten Fetten, die in der Vergangenheit mit Brust- und Darmkrebs aber auch Herzerkrankungen in Verbindung gebracht wurden.

Geflügel dagegen hat mehr ungesättigte Fette, die helfen, den Cholesterinhaushalt auszubalancieren. Das gleiche gilt für die Omega-3-Fette, die sich im Fisch finden. Die Leiterin der Studie, Rashmi Sinha, nennt den Eisenanteil und die Zubereitung als weitere mögliche Ursachen. „Bei hohen Temperaturen werden verschiedene Komponenten freigesetzt, die eine Rolle spielen könnten.“ Was am Ende den Ausschlag gebe, lasse sich „nicht mit völliger Sicherheit sagen“

Das NIC schloss bei der Auswertung der Daten andere Einflussfaktoren wie Gewicht und Körpergröße (BMI), Familiengeschichte, Erziehung, Alkoholkonsum, Rauchen und andere Ernährungsgewohnheiten aus.

Der Ernährungswissenschafter Popkin, der an der Massenstudie mitwirkte, meinte allerdings, ein gelegentliches Stück Fleisch gehöre zu einer ausgewogenen Ernährung. Bedenklich für die Gesundheit sei nur der regelmäßige, also eigentlich „chronische“ Konsum. Dieser sei eben ungesund.

Nebeneffekt eines deutlich reduzierten Fleischkonsums: Bereits ein paar Gramm weniger Rind- und Schweinefleisch verringern deutlich die negativen Folgen der Massentierhaltung für die Umwelt. Fazit des Experten: „Es gibt eine klare Notwendigkeit, den Fleischkonsum deutlich zu reduzieren.“

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