Geschichte

geschichte-neuDie Nachkriegswirren sind eigentlich schuld daran, dass es die Firma WECH gibt. Alles, nur nicht den Russen in die Hände fallen, war das Ziel der beiden Schwestern Hermine und Germana auf der Flucht vor der roten Armee, und so erreichten sie schließlich das Lavanttal. Der ausgeprägte Lavanttaler Dialekt klang den gebürtigen Niederösterreicherinnen allerdings sehr fremd und so war das Lavanttal nur als Übergangsstation gedacht. Aber die Geschichte lehrt, dass es meistens anders kommt als man denkt, und so landeten die Schwestern schließlich am WECH-Hof, wo sie als Absolventinnen landwirtschaftlicher Fachschulen sehr gefragt waren.

Bald darauf ehelichte Hermine den Jungbauern Otto Wech und baute mit ihm gemeinsam auf dem Anwesen vulgo Hasenflüchter ein Wohnhaus. Sie legten eine Ananaserdbeer-Kultur an und betrieben eine Imkerei. Das Unternehmerische lag Hermine Wech wohl im Blut, und den Handel mit Frischgeflügel hat sie schon damals als Marktlücke empfunden.

1956 begann das Ehepaar Wech mit neun Leghornhennen und einem Hahn. Das war allerdings ein Fehlstart, denn nach dem obligaten sonntäglichen Kirchgang mussten sie leider feststellen, dass sich ein Fuchs die gesamte Herde als Sonntagsschmaus einverleibt hatte. Trotzdem gaben sie nicht auf und die ersten Masthühner wurden im Keller und am Dachboden gemästet und in einer Obststeige, die auf einem Motorroller montiert war, an Bekannte in der näheren Umgebung verkauft.

Bald wurden die Kapazitäten im und rund ums Haus zu klein und so wurden 1958 Bauern aus der näheren Umgebung angesprochen. Hermine Wech versprach den Bauern einen guten Preis und einen gesicherten Absatz für das gemästete Geflügel. Damit war im Prinzip der Grundstein der heutigen Firma WECH-Geflügel gelegt. Ein Geflügelhändler in Klagenfurt erklärte sich bereit, wöchentlich 200 bis 300 Stück sicher abzunehmen. Damit konnte das Versprechen gegenüber den Bauern erfüllt werden. Allerdings schlachteten sie damals noch selbst nach althergebrachter Methode und das Rupfen, Zerlegen und Verpacken war überaus anstrengend. Der Tag begann für Hermine Wech also zwischen 3 und 4 Uhr morgens und am Abend fiel sie erschöpft um 9 Uhr ins Bett.

Weil die Nachfrage stieg, schlossen sich immer mehr Bauern zum Verein „Lavanttaler Geflügelring“ zusammen, der noch heute besteht und bestens funktioniert. Die Bauern wählten Otto Wech zum Geschäftsführer und bedrängten das Ehepaar Wech, doch eine Schlachtanlage zu errichten. Im neu gebauten, als Futtermittellager vorgesehenen Gebäude wurde schließlich eine Geflügelschlachtanlage, ein dänisches Erzeugnis, installiert. 1960, als sie den Probebetrieb aufnahm, war dies wahrlich ein finanzielles Abenteuer, von dem niemand wusste, wie es ausgehen würde.

Um dem Dilemma mit den Umsatzsteuersätzen zu entgehen, ließen die Bauern die Tiere lohnschlachten und verkauften sie an den Groß- und Einzelhandel im eigenen Namen. Hier wurde bereits die Grundidee für die viel später von WECH als erstem österreichischen Unternehmen eingeführten „Bauernhofgarantie“ mit Adressangabe des einzelnen Bauern geboren. In den folgenden Jahren kümmerte sich WECH um die Abholung von den Bauernhöfen, die Schlachtung, Kühlung, Verpackung und Lieferung zu den Abnehmern.

1960 gelang es Hermine Wech, die Konsumgenossenschaften in Kärnten und der Steiermark davon zu überzeugen, Frischgeflügel in ihr Verkaufsprogramm aufzunehmen. Eine gravierende Änderung und Initialzündung dafür, dass nicht nur der Spezial-Geflügelhandel sondern auch die Lebensmittelhandelsketten nach und nach Frischgeflügel in ihr Warensortiment aufnahmen.

Aus den bescheidenen Anfängen 1960 mit einem Ausstoß von 3.000 bis 3.500 Stück wöchentlich, einem Personalstand von acht Mitarbeitern und einem Fuhrpark von zwei VW-Pritschenwagen, entwickelte sich das Unternehmen stetig weiter. 1967 wurde mit enormen Kosten eine Geflügel-Großschlachtanlage, ein englisches Fabrikat, errichtet. Sie war zum Zeitpunkt der Fertigstellung sicher die größte und modernste Anlage in Österreich. Ende der 80er Jahre wurde bereits die erste vollautomatische Schlachtanlage installiert. Die technischen Umstellungen und die ständig steigende Zunahme der Produktzahlen verlangten nach umfassendem Wissen und so lernte Hermine Wech führende Betriebe in Europa kennen, nahm das auf, was sie für gut befand und was in ihr Qualitätskonzept passte. 1994 wurde das Konzept der Partnerschaft zwischen WECH, den Bauern und dem Handel erstmals auf eine harte Probe gestellt, als der Konsum – der größte damalige Kunde – in Konkurs ging.Durch Qualität und Kostenführerschaft gelang es jedoch, den Absatz bei anderen Kunden zu steigern, besonders beim heutigen Hauptabnehmer Rewe Austria (Billa und Merkur).

1996 wurde ein Meilenstein zur Ausweitung der Kernkompetenz gesetzt. Hermine Wech übernahm die finanziell angeschlagene „1. Kärntner Truthahn“ in Glanegg und wurde somit zum Vollsortiments-Anbieter für weißes Fleisch. Sie konnte 100 Arbeitnehmern ihren Arbeitsplatz erhalten und die Kärntner Truthahnbauern hatten wieder einen verlässlichen Partner.

In den folgenden Jahren wurde die Expansion fortgesetzt und Hermine Wech, mittlerweile unterstützt von einem engagierten Managementteam, erweiterte WECH und seine Marktanteile durch Zukäufe eines Putenschlachtbetriebes in Pöttelsdorf und wagte einen Schritt über Österreich hinaus mit der Übernahme eines Verarbeitungsbetriebes in Ungarn und einer Handelsfirma in Slowenien. Um einer möglichen Verknappung der Rohstoffversorgung im Bereich Futtermittel vorzubeugen, wird WECH in Zukunft auf eigenen Feldern in Rumänien Getreide und Mais anbauen.

Erfahrene Geschäftsführer, unterstützt vom Eigentümervertreter Mag. Jakob Sintschnig, treffen heute unter konsequenter Umsetzung der WECH-Philosophie unternehmensstrategische und operative Entscheidungen.




Verkauf in St. Andrä

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